Ameisen und Ameisensäure

Beiträge über die Beschaffung und Kultur von Lebendfutter, sowie die Vorlieben unserer Killis
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mannek03

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Ameisen und Ameisensäure

Beitrag von mannek03 »

Hallo an alle,
ich möchte in diesem Jahr den Futterkorb meiner Killis um Ameisen erweitern. Wir haben hier u.a. die eingeschleppte und hochinvasive Lasius neglectus... Wie verhält es sich mit der Ameisensäure? Die piekt mich als Mensch ja schon ganz heftig. Was macht die Ameisensäure mit den Killis? Kann man Ameisen (lebendig bzw. kurz schockgefrostet) einfach so verfüttern oder muss man die Säure erst irgendwie wegbekommen? Hat da jemand Erfahrungen?
Viele Grüße Mannek03
Geckozimmer

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Re: Ameisen und Ameisensäure

Beitrag von Geckozimmer »

Gefriergetrocknete Eier mag gehen, aus Erfahrung kann ich nur wärmstes davon abraten lebende Ameisen zu verfüttern. Wenn du erstmal eine Ameise außerhalb des Aquariums siehst kannst du fast sicher sein das weitere hundert schon irgendwo wohnen.
Es ist nicht ganz unproblematisch Ameisen wieder aus dem Wohnraum zu verbannen.
Armin_P

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Re: Ameisen und Ameisensäure

Beitrag von Armin_P »

Im neuen Diapteron Supplementheft ist ja zu lesen, dass runter gefallene Insekten (namentlich auch zu einem Großteil Ameisen) die Hauptbestandteile des Mageninhalts der im untersuchten Gebiet vorgekommenen Killis waren. Ausnahme die Diapteron selbst, die fressen wohl eher aquatische Nahrungstierchen.
cu Armin
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Erfurter Killifreund

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Re: Ameisen und Ameisensäure

Beitrag von Erfurter Killifreund »

Hallo Manfred, hallo KillifreundInnen,

die Lasius-Arten - also trivial "Wegameisen" zu denen die L. neglectus gehört sind zum einen relativ weichhäutig und daher "fressbar". Wenn die Killis sie fressen, dann stehen sie oft kurzzeitig mit offenem Maul, was man so deuten könnte, dass sie die Ameisensäure ausspülen/mischen. Ob L. neglectus mehr Ameisensäure als die omnipräsente L. niger hat, weiß ich nicht. Die Knotenameisen (Mymricinae) sind spürbar stärker sklerotisiert und haben einen Stachel, können also keine Ameisensäure versprühen, aber wohl welche mit injizieren. Bei Verfütterung von Knotenameisen ist mir das Maul-Offenstehen lassen aber nicht aufgefallen.
Probleme hatten meine Fische nie mit dem Futter. Aber es fressen nicht alle gleich gern.
Ausgebüchste Ameisen machen überhaupt nix, ohne Volk bzw. ohne Königin und Larven, die sie um- und versorgen können, gehen die Arbeiterinnen nach kurzer Zeit ein.

Manfred: wie hast Du die L. neglectus determiniert und von anderen Lasisus-Arten unterschieden? Da benötigt man doch gute Optik um die Abwesenheit von Häärchen auf dem Scapus festzustellen (entgegen L. niger) und die Haarlänge auf dem Pronotum einzuschätzen (entgegen L. alienus, paralienus, psammophilus).

beste Grüße aus dem "Myrmekologenreich",
Andreas
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