wollte hier mal meine Fütterungsmethode für meine kleinsten Jungfische beschreiben, vielleicht nutzt es ja dem einen oder anderen.
1. Immer im Sommer stelle ich mir eine Regentonne in den Garten ( es geht auch direkt aus jedem Teich oder Tümpel, aber so muss ich mir keine großen Mühen machen und nutze die Regentonne im weiteren Verlauf als Daphnienquelle für meine großen Aquarienbewohner) und gebe etwas von meinen Teichwasser so wie eine Hand voll Schlamm aus dem Teich und ein paar Schnecken hinein. Die Tonne fülle ich dann zur Hälfte mit Regenwasser und lasse sie mind. 3-6 Wochen stehen. Gelegentlich schmeiße ich ein paar Flocken Fischfutter oder ein paar Haferflocken (höchstens 5-6 Stück) in die Tonne, nur für die Schnecken und Kleinstlebewesen.
2. Nun nehme ich einen Zuchtansatz Moina (jap.Wasserflöhe, viel kleiner als Daphnien) und gebe ihn, zusammen mit 5l von dem Tonnenwasser, eventuell sogar mit einer Zugabe filtrierter Kleinstlebewesen und Schnecken aus der Tonne (Planktonetz) in ein 20l Aquarium (am besten aus Kunststoff, (22lliter Ikea)) und dazu 5 l Frischwasser.
3. Das Kunststoffbecken kommt in meinen Aquarienkeller unter eine Neonröhre mit 25W Heizer und 24°C Wassertemp.
4. Fütterung des Ansatzes: Ausschließlich mit Haferflocken und ein paar Reiskörnern. Pro Fütterung gebe ich 10-20 Haferflocken unter Wasser in die Mitte des Behälters. Dazu gebe ich 3-5 Reiskörner. Neu gefüttert wird wenn die Haferflocken aufgebraucht sind (2-4Tage). Reis wird immer nachgefüllt, wenn er weg ist.
Zur Erklärung:
Haferflocken fressen die Bakterien und Einzeller gerne und vermehren sich, das freut die Moina, da sie liebend gerne Bakterien und Pilze fressen. Dadurch vermehren sich die Moina wiederum. Man kann, wenn man möchte, gelegentlich ein paar Krümmel Mikrozell ins Wasser ´geben, dass fressen die Flöhe auch gerne und vor allem sieht man sie dann auch, aber das hat auch zur Folge, dass das Becken stark veralgt.
Reiskörner sind eine Delikatesse für so manche Kleinstlebewesen, wie z.B. die wichtigen Pantoffeltierchen, die unseren Allerkleinsten gut munden.
Aber auch die jungen Moinas sind so klein, das sie mit blosem Auge schlecht erkennbar sind.
Die Schnecken fressen so manche Reste und Algen, auch die Bakterien werden von Ihnen nicht verschmäht, und die wollen wir nur zum füttern der Moinas. Ausscheidungen der Schnecken ist wiederum Bakterienfutter.
5. Nach 2-4 Wochen ist der Ansatz sehr stark belebt. Ich wechsel zwischendurch immer mal bis zu 1/4 des Wassers und achte dabei darauf, nicht den gesamten Mulm abzusaugen.
Ab jetzt gebe ich die Jungfische direkt nach dem Schlupf in das Becken. Sie finden massig zu fressen. Aufsalzen sollte wenn nötig vorher erfolgen, damit sich die Flöhe daran gewöhnen (also direkt beim Bilden des Ansatzes).
6. Nach 3-4Tagen schaue ich schonmal, ob die Kleinen groß genug für Artemia sind, da auch mir ein kurzer Aufenthalt in der Bakterienreichen Umgebung lieber ist, ich habe aber keine Schädigungen feststellen können. Die Bakterien sind schon ziemlich spezialisiert und ich denke es stärkt eher das Imunsystem als das es schwächt. Schließlich werden die Bakterien ja nicht mit Fischmehl gefüttert
Ich habe es schon ein paar Mal ausprobiert, ich bekomme ca. 7 Jungfische nur mit Haferfocken (Reiskörner braucht man nur für die Pantoffeltierchen) bis zur Geschlechtertrennung in so einem Becken groß. Wichtig ist regelmäßiger Wasserwechsel und eine gute Pflege des Moina Bestandes. Außerdem gibt es in meinem Ansatzbecken mind. 6 weitere Kleintierarten, die sich prächtig vermehren und etwa die Größe frischgeschlüpfter Artemia haben. Hüpferlinge und der Gleichen.
7. Tip: Ich habe mir einen 20l Ansatz gemacht und fülle davon immer 5l in einen frischen Ansatz. So kann ich das ganze Jahr über neue Ansätze produzieren. Ich erneuer aber die Ansätze grundsätzlich spätestens im nächsten Sommer wieder.
So einfach kann es sein.
Gruß
Frank










